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Südwestdeutsche Parkinson-Tage in Landstuhl, 8. - 9. Juni 2018

Elke Wünnenberg und Wilfried Scholl

Mit ca. 1.500 Teilnehmer haben die Südwestdeutschen Parkinson-Tage von 8. - 9. Juni 2018 in der Kongresshalle in Landstuhl eine dem Programm angemessene Resonanz bekommen. Neben 16 Fachvorträgen führender Ärzte aus bundesweiten Kliniken reihte sich der Vortrag zum „Singen als Gesundheitserreger?!" von Elke Wünnenberg in einen hochkarätig besetzten Informationstag ein. Die Ausführungen des Vortrags durften auch gleich in dem Workshop „Singen nach Herzenslust“ praktisch umgesetzt werden. Es gab interessierte Nachfragen und viele glückliche Gesichter. Und so konnten Impulsvortrag und Workshop einen kleinen Beitrag dazu leisten, sich nicht von „Sir James Parkinson" das Leben bestimmen zu lassen. Positive Erfahrungen zur Verbesserung der Lebensqualität bei und trotz Morbus Parkinson konnten wir in den vergangenen Monaten auch bereits in unserem Selbsthilfeprojekt mit der Hilde-Ulrichs-Stiftung "Singend der Krankheit begegnen" sammeln.

Weitere Informationen sind auf den Seiten der Selbsthilfegruppe Kaiserslautern zu finden. Mit Wilfried Scholl, dem Hauptorganisator dieser Tage sind weitere gemeinsame Aktivitäten zum Ausbau nichtmedikamentöser Therapien geplant. Und wo er Hand anlegt, gibt es reichen Ertrag.

Elke Wünnenberg

Rückblick auf die Südwestdeutschen Parkinson-Tage 2018

Nach der Premiere 2016 fanden die Südwestdeutschen Parkinson-Tage in diesem Jahr ihre Fortsetzung – und wieder mit großem Erfolg. Ein umfassendes Programm lockte am 8. und 9. Juni rund 1.500 Besucher in die Stadthalle Landstuhl. In 18 Vorträgen und 13 Workshops konnten sie sich über Morbus Parkinson, Diagnoseverfahren, Therapien und Neues aus der Forschung informieren. Dazu gaben Fachaussteller Auskunft über nützliche Hilfsmittel und Anlaufstellen. Die gute Resonanz, auch über die Region hinaus, verdeutlichte die Wichtigkeit der Fachtagung. Ihr Ziel waren nicht nur Wissensvermittlung und Aufklärung, sie bot auch ein Forum für Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege.

Veranstaltet von Junge Parkinsonkranke Rheinland-Pfalz und der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V., erntete das Organisationsteam für seine beachtliche Leistung reichlich Lob und Anerkennung. Besucher wie auch Vertreter aus Politik und Gesundheit würdigten das Engagement, dessen Motor der Landesbeauftragte RLP und Bundesbeauftragte JuPa Wilfried Scholl ist. Seinem Ruf waren anerkannte Parkinson-Spezialisten aus allen Richtungen der Republik gefolgt, um über spezielle Aspekte der Erkrankung zu referieren.

Die Vortragsreihe eröffnete Karin Junginger, Leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie/Geriatrie in der Fachklinik Ichenhausen mit einem generellen Einblick in Morbus Parkinson. In einem weiteren Beitrag widmete sie sich dem Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Restless Legs-Syndrom. Ebenfalls zweimal vertreten war Dr. Thomas Vaterrodt, Chefarzt der Neurologie an den SHG-Kliniken Sonnenberg in Saarbrücken. In seinem Referat über 'Parkinson im Internet' klärte er über Nutzen und Risiken dieser Art der Informationsbeschaffung auf. In seinem zweiten Vortrag gab er wertvolle Tipps für eine ausgewogene Ernährung, die nicht nur Parkinsonpatienten zugute kommt. Geeignete körperliche Aktivitäten und ihre positiven Auswirkungen auf Körper und Geist waren ebenso Thema wie das Gesundheitspotenzial von Singen, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Morbus Parkinson und Möglichkeiten der Rehabilitation.

„Kognitives Training bei Parkinson: Hoffnung oder Hype?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Elke Kalbe von der Universitätsklinik Köln und konnte laut neuester Studien die Effektivität gezielter Übungen bestätigen. Ein Thema, das seit einigen Jahren das wissenschaftliche Interesse erregt. Über den richtigen Zeitpunkt zur intensivierten Parkinson-Therapie referierte der Neurologe Dr. Robert Liszka vom Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Dabei ging er auf die mögliche nachlassende Wirkung bzw. Wirkungsschwankungen der Parkinsonmedikamente im Verlauf der Erkrankung ein und zeigte alternative Therapien wie etwa die Tiefe Hirnstimulation auf. Welche Voraussetzungen für einen Hirnschrittmacher erfüllt werden müssen und auf welche Weise er die Lebensqualität verbessert, erläuterte Dr. Stefan Groiss vom Uniklinikum Düsseldorf. Die Therapie mit Medikamentenpumpen bei fortgeschrittener Parkinsonerkrankung hatte das Referat von Prof. Dr. Rüdiger Hilker-Roggendorf, Chefarzt am Klinikum Vest, zum Inhalt. Auf großes Interesse stießen auch die Vorträge über Demenz sowie Blasen- und Darmstörungen bei Parkinson als auch die Bedeutung der Speiseröhre. Einen ebenso informativen wie hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft der Parkinson-Therapie dank sich wandelnder Technologie warf Prof. Dr. Sergiu Groppa von der Universitätsmedizin Mainz.

Parallel zu den Vorträgen deckten auch die gut besuchten Workshops ein breites Themenspektrum ab, das von Schluckstörungen, über den sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln, LSVT-Big-Therapie bis hin zur Fahreignung bei Morbus Parkinson reichte. Ergänzend zu dem umfassenden Angebot konnten sich die Besucher in der Fachausstellung informieren. Für eine Stärkung zwischendrin oder zum gegenseitigen Austausch bot sich der Gastronomiebereich an. Hier wurden auch Kontakte gepflegt oder neue geknüpft – ganz im Sinne der Organisatoren, deren intensive Netzwerkarbeit die Basis für das Zustandekommen der vielbeachteten Veranstaltung bildet. Und so waren sich nicht erst am Ende der Südwestdeutschen Parkinson-Tage 2018 alle Teilnehmenden einig, dass auch in zwei Jahren eine Neuauflage folgen soll.

Wilfried Scholl
www.parkinson-kl.de


Fortbildung der Bayerischen Krebsgesellschaft für LeiterInnen von Selbsthilfegruppen

14. - 16.6. in Augsburg

Augsburg - drittgrößte und faszinierende Fuggerstadt Bayerns war Tagungsort für die diesjährige Jahrestagung. Diese Stadt bietet eine faszinierende Bandbreite von Römerfunden, Renaissancebauten, Reformationsgeschichte und Rokokokunst. Außerdem begeisterte mich das Tagungshotel der Diözese Augsburg, Haus St. Ulrich, welches mitten in der historischen Altstadt liegt und durch seine Größe und Lage ein Gefühl der absoluten Entspannung bietet.

Thema der Tagung war: Was macht mich im Alltag stark? Hilfreiche Informationen und Methoden zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gab es durch die interessanten Vorträge der fachkundigen Referenten und angebotenen Workshops. Mit interessierter und offener Bereitschaft tauschten sich die Anwesenden auch in Kleingruppen aus und nahmen sicher viele neue Inspirationen für ihre Gruppen mit nach Hause.

Am zweiten Abend der dreitägigen Fortbildung stand die Einladung zum Heilsamen Singen auf dem Programm. „Sing Dich Frei“ - Heilsames Singen - Energieprogramm Lebensfreude“ war der Titel. Vorsichtig um sich schauend kamen die ersten Teilnehmer in den Raum und setzten sich möglichst in die letzte Reihe, da sie ja nicht singen könnten, wie sie sagten! Später, da viele der Tagungsteilnehmer in den Raum strömten, füllten sich auch die vorderen Reihen. „Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet, denn wir können uns darunter überhaupt nichts vorstellen!". So wurde ich von einigen Anwesenden beim Abendessen angesprochen. Trotz vieler Vorbehalte in Bezug auf das Singen, füllte sich langsam der Saal mit den Gruppenleiter/innen.

„Ich bin Stimme, ich bin Klang, bin mein Tanzen, bin mein Gang, bin dabei, singe mich frei!“ Dieses Lied von Karl Adamek hörten die Teilnehmer schon beim Hereinkommen: Viele kamen gleich die Hüften im Rhythmus des Liedes schwingend herein und freudiges Lächeln erstrahlte auf den Gesichtern. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft, Markus Besseler, lud ich die Anwesenden ein, verschiedene Möglichkeiten des Heilsamen Singens kennen zu lernen. Lustvoll summend, tönend, stampfend, den ganzen Körper bewegend oder meditativ nach innen spürend, so gestaltete sich das gemeinsame Erleben des Heilsamen Singens. Durch überleitende Texte und Bilder, die über Beamer auf eine Leinwand projiziert wurden, erfolgten auch noch viele Informationen über die Wirkweisen des Heilsamen Singen und über Singende Krankenhäuser e.V., sodass die Anwesenden informiert waren und es nun ihren Selbsthilfegruppen weitergeben können. Die freudvolle Begeisterung der Teilnehmer und die offene Bereitschaft alles mitzumachen, ist mir bei den Selbsthilfegruppen, immer wieder eine Freude und zeichnete diese Teilnehmer in Augsburg ebenfalls aus! Die Zeit verging wie im Flug und danach verließen die Anwesenden summend und singend den Vortragssaal, nicht ohne sich vorher noch mit Informationsmaterial über die „Singenden Krankenhäuser e.V.“ zu versorgen.

Bei einem Glas Wein in einer urigen Kneipe um die Ecke, klang dieser Abend dann noch gemütlich aus. Beim Verabschieden verliehen viele der Gruppenleiter/innen nochmals ihrer Begeisterung Ausdruck, wie gut ihnen diese entspannte Art des Singens getan hatte.

Vera Kimmig


Sozialstation Lindau als erste "Singende Tagespflege" ausgezeichnet

v.l.: Sonja Heim (Geschäftsführerin SiKra), Gabi Hermle-Fehr (Leiterin der Tagespflege und Singleiterin), Frau Feierabend (Pflegedienstleiterin), Gerhard Fehrer (Geschäftsführer)

Am 7. Juni reiste Sonja Heim, Geschäftsführerin des Vereins, an den schönen Bodensee, um im bayerischen Lindau eine besondere Auszeichnung zu übergeben: Die Sozialstation Lindau GmbH wurde als erste Einrichtung überhaupt mit der Urkunde "Singende Tagespflege" ausgezeichnet. In zwei pavillonartigen Gebäuden mit Rundgangmöglichkeit werden die überwiegend demenziell erkrankten Tagesgäste betreut. Die Räume sind licht und hell, Gelegenheit zum Ausruhen, aber auch für viele Gemeinschaftsaktivitäten, die an einem großen Tisch oder draußen im gepflegten Garten stattfinden.

Ungefähr zwei Dutzend Tagesgäste und Mitarbeiter versammelten sich bei bewölkter Witterung optimistisch gestimmt auf der Terrasse. Gabi Hermle-Fehr, Leiterin der Tagespflege und Singleiterin, sowie Gerhard Fehrer, Geschäftsführer der Einrichtung, begrüßten gutgelaunt die anwesenden Gäste. Mit Gitarrenbegleitung stimmte Frau Hermle-Fehr das bekannte Lied "Singen ist Medizin" an. Die Tagesgäste singen gerne und viel. Das war zu spüren, denn sie beteiligten sich rege an den heilsamen Liedern. Pünktlich zum Festvortrag von Sonja Heim brach dann auch die Wolkendecke auf und schickte die ersten Sonnenstrahlen durch. Auf den Hinweis, dass es sich um die europaweit erste singende Tagespflege handelt, gab es spontanen Applaus. Singen wirkt sich positiv auf unser Gedächtnis, unsere Stimmung und unseren Körper aus. Auch die Tagesgäste warfen ein, wie es ihnen mit dem Singen ergeht. So löst es bei der einen Fröhlichkeit aus, bei der anderen Hunger. Derart interaktiv wurden gemeinsam die positiven Auswirkungen des Singens erlebt - und die Sonne schien immer mehr. Während die Markise hervorgefahren wurde, erfrischten sich die Anwesenden bei alkoholfreier Erdbeerbowle, und im Anschluss an den Vortrag bei Häppchen, Kaffee und Kuchen. Unter großem Applaus nahm Geschäftsführer Fehrer die Urkunde entgegen. Beim gemeinsamen Singen und Reden klang der Tag aus und die ersten Tagesgäste wurden froh gestimmt wieder von ihren Taxis abgeholt.

Fotos: Helena Golz / Lindauer Zeitung

Presseartikel:
Schwäbische, Lindau, 14. Juni 2018, von Helena Golz
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11. Come-together-Songfestival im ZEGG vom 31.5. - 3.6.2018

Am Fronleichnams-Wochenende fand nun im ZEGG in Bad Belzig zum 11. Mal das Come-together-Songfestival statt. Bei herrlichstem Wetter gestalteten die Organisatoren Hagara Feinbier und Raimund Mauch den Auftakt auf dem großen Platz dieses "Zentrums für experimentelle Gesellschaftsgestaltung". Später ging es dann im Zirkuszelt weiter. Dort stellten sich auch die Gäste, Mark Fox mit Partnerin Angelika Thome, Elke Voltz und Unmada Manfred Kindel, der das Kinderprogramm gestaltet, den etwa 300 Teilnehmer*innen musikalisch vor. Schwerpunktthema war diesmal die ganzheitliche Stimmentfaltung, der sich Mark und Elke in ihrer Sing-Arbeit intensiv widmen.

Für Karin und mich ist das Song-Festival ein fixer Termin im Jahr. Wir erhalten sehr wertvolle Inspirationen für unsere Arbeit, knüpfen neue Kontakte, treffen Singleiter-Kolleg*innen, können unsere eigene Arbeit in Workshops vorstellen und haben insgesamt eine großartige Zeit in einem wunderbaren Rahmen an diesem "heiligen Ort", den Mark am Sonntag nach dem Abschluss-Podium besang. Gänsehaut pur.

Das Herzstück des Festivals bilden jedes Jahr die 60-Minuten-Workshops im Stile eines Open space, die in insgesamt drei Zeitbändern am Freitag und Samstag nachmittag parallel stattfinden und die aus der Teilnehmerschaft selbst entstehen. Hier kann alles angeboten oder sich gewünscht werden, vom Mantra-Singen bis Body-Percussion, Jodeln bis Balkan, Tänze des universellen Friedens bis Nacktsingen (hat's auch schon gegeben :-)). In der "Fiesta Vocale" am Samstag Abend, dem "Best of Workshops" ging es in diesem Jahr außerordentlich fröhlich und heiter zu. Wie auch in vergangenen Jahren nutzten Kordula und ich die Gelegenheit, unser Netzwerk und unsere Singleiter-Weiterbildung vorzustellen. Etwa 15 Menschen interessierten sich dafür. Der Workshop kam sehr gut an und weckte bei dem einen oder der anderen die Neugier.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Im nächsten Jahr, vom 20. - 23.6.2019, ist dann u.a. unser musikalischer Botschafter Michael Betzner-Brandt zu Gast. Da geht´s schwerpunktmäßig um Circle-Singing und Stimmimprovisation. Safe the date!!!
Impressionen findet Ihr auf der homepage www.come-together-songs.de

Vielleicht treffen wir uns im nächsten Jahr dort

Thomas Jüchter


DRK-Senioren-Stift Mark in Hamm als "Singendes Altersheim" zertifiziert !

gemeinsames Musizieren

Martina Hollenhorst verlieh am 18. Mai 2018 der Einrichtung das Zertifikat:

"Für gewöhnlich treffen sich die Seniorinnen und Senioren des Wohnstiftes, dem auch Mietwohnungen angeschlossen sind, dienstagsvormittags, heute aber zu diesem besonderen Anlass am Freitagnachmittag. Etwa 20 Sängerinnen und Sänger finden sich im Kreis ein. Außerdem kommen eine hochbetagte Dame, die mit ihrem Rollstuhl direkt vor dem Klavier Platz nimmt und ein Mieter, der seine Geige mitgebracht hat und ich erfahre, dass diese beiden regelmäßig für die Begleitung der Lieder sorgen.

Dann beginnt die Leiterin des Sozialen Dienstes, Gudrun Quessel, die als zertifizierte Singleiterin und Musikgeragogin qualifiziert ist, das gewohnte Einstimm-Ritual, bei dem der Körper und die Stimme gelockert werden und das mit einer "Klang-Dusche" endet. Aus einem eigens für diesen Anlass zusammengestellten Textheft singen wir einige frühlingshafte Volkslieder und ich bin nicht wenig überrascht, in welch schwungvollem Tempo diese begleitet werden - Zitat der Pianistin: "Wenn da Allegro steht, dann spiele ich das auch!". Ebenso begleitet sie spontan vorgeschlagene Lieder. Zu der bekannten Melodie von "Oh Susanna" singt Gudrun Quessel: "Wir gehen ins Singende Altenheim - wer kommt mit ?" und gibt Bewegungsimpulse, die von den Teilnehmern gleich umgesetzt werden.

Höhepunkt des Nachmittags war wohl mein Besuch. Ich wurde von Geschäftsführer Herrn Arrenberg herzlich begrüßt und alle hörten aufmerksam zu, als ich die "Singenden Krankenhäuser e.V." und unsere Vision von der Verbreitung des Singvirus „Heilsames Singen“ vorstelle.

Gudrun Quessel und Martina Hollenhorst (beide stehend, v.l.) mit Bewohnern

Auf der Querflöte spiele ich die Melodie eines Volksliedes, welches von einigen gleich erkannt und dann von allen gemeinsam gesungen wird: "Hab oft im Kreise der Lieben ..". In diesem Volkslied aus dem Jahre 1829 wird schon beschrieben, wie wohltuend das Singen ist.

Dann erfolgt die offizielle Übergabe des Zertifikates und zur Feier des Tages stoßen wir mit einem Gläschen Sekt auf den schönen Erfolg an. Zum Dankeschön erhalten wir Blumen und in fröhlicher Stimmung werden weitere Lieder angestimmt und gesungen. Den Musikern fällt noch das eine oder andere Stück ein und spontan wird sogar mit dem Rollstuhl (!) getanzt. Als die Teilnehmer sich schon auf dem Rückweg in die Wohnbereiche befinden, höre ich sie auf den Fluren weitersingen. Und so wünschen wir allen weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Singen."

Martina Hollenhorst

Im Westfälischer Anzeiger, Hamm, erschien am 24.05.2018 ein Artikel über die Feier.


'Haste Töne' - beim 12. Deutschen Seniorentag

28. - 30. Mai 2018 in Dortmund

12. Deutscher Seniorentag
Henrike Graef

Henrike Graef, Ausbildungsreferentin BVGT e.V. und Singleiterin für Alterseinrichtungen und Senioren (Singende Krankenhäuser e.V.) hat dabei die ca. fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, der eigenen Stimme Ausdruck zu verleihen. Sie betonte: Mitmachsingen ist gerade auch für die Menschen, die denken, sie könnten nicht singen. Denn „es gibt keine Fehler, sondern nur Variationen“ (Zitat von Wolfgang Bossinger, Begründer von Singende Krankenhäuser e.V.)

Singen ist eine wunderbare Ergänzung des Ganzheitlichen Gedächtnistrainings vom „Bundesverband Gedächtnistraining e.V.“, da das Singen grundsätzlich allen Menschen zugänglich ist! Während des Mitmachsingens sind keinerlei Vorbedingungen notwendig und eine Beteiligung ist Gedächtnistraining pur, weil die Texte und Melodien ohne schriftliche Vorlage erinnert und wiederholt werden.

Das begeisterte Publikum hatte sehr viel Freude an der gemeinsamen Aktion und brachte die ganze Halle zum Singen, Klingen und Schwingen.


SiKra unterwegs – lebendige Stimmung auf der Messe „Leben und Tod“

am 4. / 5. Mai 2018 in Bremen

Messe "Leben und Tod" in Bremen - 2018
Sonja Bullen und Sabine Rachl (v.l.)

„Mit Leib und Seele“ ist nicht nur der diesjährige Untertitel der Messe, mit Leib und Seele haben wir, Sabine Rachl, Sonja Bullen, Ursula Huhs und Beate Zepik, die Singenden Krankenhäuser dort auch vertreten. Das Flair dieser Messe wächst aus ihrer Vielfältigkeit: Hospizdienste und Bestatter, Buchhandlungen und Instrumentenbauer, Sarggestalter mit Probeliegemöglichkeiten und Urnenfilzen zum Mittun, die Verwandlung von Asche zu Saphiren und Diamanten sowie Fried- und Ruhewaldunternehmen. Auch die Bundesverbände aller großen mit Sterben und Trauer befassten Selbsthilfeorganisationen stellen sich hier vor und nehmen sich viel Zeit für Gespräche und Vernetzung. Ihre Stände vermitteln lebendige Eindrücke. Wer mag, macht zwischendurch eine Entspannungspause im Massagesessel oder mit 20-minütigem Shiatsu. Das Workshop- und Vortragsprogramm ist ebenfalls lohnenswert.

Wir SiKras haben vor allem mit unseren leisen Gesängen der Liedpostkartenlieder und mit einer Schale Gummibärchen und Lakritz die Menschen zum Innehalten und Lauschen bewegt und zwei Tage lang viele gute Gespräche geführt. Fast jede, die stehenblieb, erzählte uns ihre ganz eigene Geschichte, immer anknüpfend an erste oder wichtige Singerlebnisse im Leben. Pflegerinnen und Pfleger, Krankenschwestern, Komponisten und Kirchenmusiker, Trauer- und Sterbebegleiter und viele Menschen am Rentenbeginn, die Ideen für ein Ehrenamt suchten. Es war wie ein Austausch: Wir hörten ihnen zu – sie lauschten unseren Informationen und nahmen dankbar und interessiert die Vielfältigkeit der SiKra-Angebote wahr. Jeder kam mit einem Puzzleteil seines Lebens und überlegte, wie die neuen Informationen ins eigene Lebenspuzzle zu integrieren seien.

Viele meinten: „Mann, was für eine gute Idee und wie naheliegend! Singen in Krankenhäusern und Altenheimen, genau da, wo es besonders gebraucht wird.“ Eine Frau sagte: „Wie schön, dass Sie singen – da fühle ich mich direkt wohl. Das kann ich mir auch für mich gut vorstellen.“

So haben wir viele neue NewsletterinteressentInnen und WeitererzählerInnen des Gesundheitserregers SiKra gefunden. Neben nachdenklichen und auch traurigen Tönen, nehmen wir vor allem das Bunte und Helle der Beschäftigung mit dem Fachpublikum einer Messe, die sich ums Sterben und ums Leben bis zuletzt dreht, mit nach Hause. – Nächstes Jahr gerne wieder!

Sabine Rachl und Sonja Bullen


Klinik Arlesheim ist erstes "Singendes Krankenhaus" in der Nordwestschweiz

Dr. Andreas Jäschke, Geschäftsführer der Klinik, dankt Katharina und Wolfgang Bossinger

Am 16. April zeichneten Katharina und Wolfgang Bossinger die schweizerische Klinik Arlesheim als "Singendes Krankenhaus" aus. Die anthroposophische Akutklinik für Innere Medizin, Onkologie, Psychiatrie und Psychosomatik ist in der Nordwestschweiz das erste Spital mit dieser Auszeichnung. Bisher gibt es in der Schweiz drei andere Kliniken (am Bodensee, in Luzern und in Rheinfelden) mit diesem Zertifikat. Die Klinik Arlesheim übernimmt einmal mehr eine Vorreiterrolle im Gesundheitswesen, was ihrem besonderen Stellenwert als Ursprungsort der Anthroposophischen Medizin entspricht.

Zur Zertifizierung kamen Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Chormitglieder und Medienvertreter. Eine Patientengruppe des Heilsingens umrahmte die Veranstaltung musikalisch, ebenso der Klinikchor von Maria Rechsteiner, der jeweils am Montagabend probt und anschliessend das Geübte auf den Stationen für die Patienten singt. Auch ein Projektchor unter der Leitung von Viola Heckel trat auf. All diese Beiträge sorgten dafür, dass ein grosser Teil der Zertifizierungsveranstaltung musikalischer Art war - sehr zum Genuss der Anwesenden.

Katharina und Wolfgang Bossinger setzten noch einen drauf und zeigten, wie man mit einfachen Melodien zu einfachen Texten sehr schnell in einer großen Gruppe mehrstimmig in den gemeinsamen Gesang findet. Der eine oder andere wird die Veranstaltung wohl mit einem Ohrwurm verlassen haben. Herzlicher Dank allen Beteiligten - an die Musiktherapeutinnen, an die Sängerinnen und Sänger und alle anderen, die das Ganze in irgendeiner Weise unterstützt haben - allen voran an Küche und Service für den wunderbaren Apéro, der die Gäste anschliessend erwartete.

In der Klinik Arlesheim haben Musik und Kunst seit den Gründungstagen der Klinik eine große Bedeutung. Therapeutische Erfolge des Heilsingens sind schon in den zwanziger Jahren dokumentiert. Die Musiktherapie wurde bereits vor Jahrzehnten an der Klinik eingeführt. Insofern war es folgerichtig, den Antrag auf die Vergabe des Zertifikats zu stellen. Die Voraussetzungen für das Zertifikat sind an der Klinik Arlesheim gegeben: Heilsingen für Patientinnen und Patienten, Musiktherapie, Klinikchor, Projektchöre zu verschiedenen Anlässen, Musiktherapeutinnen mit dem Abschluss als Singleiterin. Regelmässig werden Singkurse für Menschen mit Atemwegserkrankungen angeboten.

Hier eine Radioreportage des SRF über die Zertifizierungsfeier und ein in der bz Basel erschienener Artikel.


Reha Rheinfelden ist jetzt Singendes Krankenhaus

Reha Rheinfelden - Clemens Kluge singt 'Salaleo' mit den Patienten
Clemens Kluge am Klavier

Der Rehaklinik Rheinfelden in der Schweiz wurde am 23.04.2018 im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Singgruppe durch Vorstandsvorsitzende Elke Wünnenberg das Zertifikat „Singendes Krankenhaus“ für die Förderung des therapeutischen Einsatzes des Singens verliehen. Singen und Musizieren als musiktherapeutisches Angebot der Kreativen Therapien werden in der Reha Rheinfelden als fördernder Bestandteil des Rehabilitationsprozesses verstanden. Behandelt werden vor allem Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen in allen Stadien der Rehabilitation.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die stimmige Zertifizierung der Rehaklinik Rheinfelden!

Reha Rheinfelden - Clemens Kluge am Klavier
"Salaleo - sei gegrüßt Reisender!"

Mit jedem Lied von Clemens Kluge (Musiktherapeut und zertifizierter Singleiter) wurden die Stimmen der anwesenden Patienten kräftiger und viel nickten beifällig, als die belebende und vernetzende Wirkung des Singens in einer Festansprache von Elke Wünnenberg als Vertreterin des Netzwerks Singende Krankenhäuser beschrieben wurde.

Beim anschließenden kulinarischen Apéro wurde zusammen mit Frau Julia Finken als Vertreterin der Klinikleitung, Musiktherapeutenteam und Therapieleitung weitere Pläne gesponnen, das Singen als Gesundheitserreger in der Schweiz zu verbreiten und umliegende Kliniken und Kollegen mit dem Singvirus anzustecken. Für einen unmittelbaren Einblick in das Geschehen sei auf den einfühlsamen und differenzierten Pressebericht von Ronny Wittenwiler verwiesen (siehe unten "Presse-Artikel").

Mit der Zertifizierung in Rheinfelden gibt es nun schon das fünfte Singende Krankenhaus in der Schweiz. Die Feierstunde ließ den Liederreichtum von Singende Krankenhäuser e.V. anwachsen: "Zoge am Boge de Landamme tanzed" von Albert Jütz, eines der bekanntesten Schweizer Volkslieder und die inoffizielle Hymne des Kantons Uri wurde ins Lied-Repertoire des Vereins aufgenommen.

(Im Gruppenfoto: Julia Finken, Leiterin Strat. Controlling und Qualitätsmanagement; Ulrike Noffke, Musiktherapeutin; Elke Wünnenberg, 1. Vorsitzende Singende Krankenhäuser e.V.; Beate Roelcke, Leiterin Kreative Therapien; Clemens Kluge, Musiktherapeut und zertifizierter Singleiter; v.l.)

Presse-Artikel:


Das war einfach toll! Bericht über „Buxtehude singt“ von 15. – 18. März 2018

Abschluss-Singen in der Malerschule mit Karin und Thomas Jüchter (Foto: Emil Jüchter)

Karin und Thomas Jüchters Mitsingtage in Buxtehude waren ohne jede Übertreibung ein voller Erfolg mit strahlenden Gesichtern und einem dichten musikalischen Programm, das dazu einlud, mitzumachen oder einfach in die Klänge einzutauchen. Dazu Vorträge, Workshops und viele aufgeschlossene Menschen, die 'Buxte singt' zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Decker-Voigt (Foto: Ingo Schaarschmidt)

Dann am letzten Tag bei Sonnenschein, aber eisigem Wind die 'Public Singings', die viele Menschen aus Buxtehude und der Region zu den zahlreichen Veranstaltungsorten lockten, so dass auf einem Schiff, in einer Buchhandlung oder in einer Kneipe öffentlich der Musik gelauscht und gesungen wurde. Auch die Zahlen beeindruckten: Das Singfest am Samstagabend war ausverkauft, jede Veranstaltung gut besucht, das über 20-köpfige Helferteam emsig bei der Sache, die vielen leckeren Schnittchen im Nu weg und besonders schön, dass unser Wissenschaftlicher Beirat und Schirmherr der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Helmut Decker-Voigt von Anfang an dabei war und einen Vortrag über „Überraschung und Ritual am Beispiel der singenden Krankenhäuser“ hielt, der selbst viele Überraschungsmomente enthielt und anekdotenreich für viele erheiternde Momente sorgte. Fotos von den Veranstaltungen können in Kürze unter diesem Link angeschaut werden: www.buxtehude-singt.de

Bericht: Sonja Heim
Fotogalerie siehe unten, Fotos: Emil Jüchter, Melanie Biesenbach, Ingo Schaarschmidt

Presse-Artikel: